Hashtags, Holz und mehr – Einblicke in studentische Projekte museumspädagogischer Vermittlung

Welche kreativen und innovativen Möglichkeiten gibt es, Kunst und Kultur in Ausstellungen zugänglich zu vermitteln? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende des Instituts für Kunstpädagogik im Seminar „Wie kommt das Wissen zum Besucher?“, welches im Wintersemester 19/20 stattfand.
Die Studierenden entwickelten über mehrere Wochen hinweg spannende Vermittlungskonzepte für die Wanderausstellung „Holz macht Sachen“, an welcher sich über 40 Museen und Institutionen beteiligen werden. Einige spannende Ansätze sollen hier kurz vorgestellt werden und liefern vielleicht neue und interessante Ideen für Museen und Stätten Kultureller Bildung.

Vermittlungsziel, Ansprechpartner, genaues Thema und Methodik waren den Studierenden dabei prinzipiell freigestellt. Lediglich eine fundierte Begründung sowie ein Bezug zur Ausstellung sollte hergestellt werden, basierend auf der im Seminar durchgenommenen Einführungen. Zudem wurden vornehmlich non-personelle Vermittlungskonzepte entwickelt, zumal die Ausstellung nach Seminarende beginnt und die Studierenden nicht immer an den Ausstellungen vor Ort sein können. So entwickelten sich verschiedenste Ansätze, von denen hier einige herausgegriffen und kurz skizziert werden.

#Schwemmkunst: Ein Instagram-Mitmachprojekt

Die Studierende Jana Entenmann konzipierte ein Onlineprojekt, welches die Menschen über die Ausstellung hinaus zur Beschäftigung anregen sollte. Dabei legte sie den Fokus Schwemmholz, ursprünglich angelehnt an mögliche Ausstellungsexponate von Ruprecht Geiger. Anhand eines ausgelegten Flyers werden interessierte Menschen dazu aufgerufen, sich mit dem Thema Schwemmholz zu beschäftigen und eigene Fotos auf der Bilderplattform Instagram hochzuladen bzw. vorhandene Beiträge einzusehen. So kann ein individueller, freier und kreativer Zugang im Themenrahmen Mensch und Natur entstehen. Zudem wird analoges und digitales Arbeiten verknüpft und das Thema über die eigenen Ausstellungsräume in die Lebenswelt erweitert. Jana Entenmann erhofft sich außerdem, die Blicke der Teilnehmer für Dinge zu öffnen, die sonst oft unbeachtet bleiben…

Baum, Wald, Feuer und Du? Ein Interaktives Buch zum Thema Waldbrand

Buch1Buch2

Liza Lechner und Ronia Uibeleisen gestalteten ein interaktives Buch, welches Wissensvermittlung und Reflexion zum Thema Waldbrand anregen sollte. Das Angebot richtet sich vornehmlich an junge Erwachsene und soll in der Wanderausstellung vor Ort ausgelegt werden. Die Themen des Buches behandeln also den Bereich der Naturwissenschaften (z.B. (Agrar-) Ökologie, Teile der Geowissenschaften) mit dem besonderen Fokus auf Wald- und Lebensraumzerstörung. Neben der inhaltlichen Wissensvermittlung wird eine Kompetenzerweiterung sowie eine Selbstreflexion angestrebt. Somit wurde auf eine passende Aufbereitung der Informationen mit künstlerischen Illustrationen geachtet und zudem wurden interaktive Elemente integriert. Diese bestehen im Beantworten von Fragen, klappbaren Elementen oder dem eigenen Schreiben. So entsteht Raum für Reflexion und bewusster Auseinandersetzung. Die Themen wurden so gewählt, dass Besucher_innen leicht eine Verbindung zu ihrer Alltags- und Lebenswelt aufbauen können.

#PanmachtSachen: Ein Online-Angebot zum Thema Pan

Pan

Silvia Greús und Zaza Nedovic gestalteten ein Onlineangebot zum Thema Pan, Musikinstrumente aus Holz und der dazugehörigen Mythologie. Da die Studierenden die Wanderausstellung nicht mit personellen Angeboten begleiten können, entwickelten sie ein digitales Programm – bestehend aus Informationseinheiten, Gestaltungsangeboten und einem passenden Hashtag. So sollten später auf einer passenden Website zum Thema vier klickbare Möglichkeiten angezeigt werden: Panflötenmusik, Abbildungen, Mythen sowie eine Bastelanleitung. Die Audiodateien zur Panflötenmusik sollen zunächst einen niedrigschwelligen Einstieg ins Thema ermöglichen. Weiterhin bieten sich Abbildungen zur Pan-Olympos-Gruppe und Informationen zur Mythologie für eine vertiefte inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema an. Zudem gestalteten die Studierenden noch eine bewusst einfach gehaltene Bastelanleitung für selbstgemachte Panflöten, welche weltweit Kunsterzieher_innen als Grundlage von Workshops dienen können. Die Idee ist, dass die Beiträge zudem partizipativ unter einem Hashtag auf der Website der Ausstellung „Holz macht Sachen“ geteilt werden können.

Aktuell ist das Angebot leider noch nicht online gestellt, kann eventuell aber in Kürze über die Ausstellungswebsite zu „Holz macht Sachen“ abgerufen werden.

Baum-Yoga: Eine angeleitete Naturwahrnehmung und Achtsamkeitsübung

DSC01950_2048.jpg

Eine wieder ganz andere Aufarbeitung des Themas wurde von Aurelia Bertsch und Anna-Sophie Hinreiner vorgelegt. So gestalteten wollten die Studierenden unter dem Aspekt ‚Baum, Ökosystem und Mensch‘ einen Ort der Ruhe im Museum gestalten. Dieser soll durch ihre mobile und kompakte Baum-Meditations-Station mit integriertem MP3-Gerät für eingesprochene Meditationsübungen entstehen. Die Station besteht aus einer handgefertigten, hölzernen Sitzgelegenheit mit Meditationskissen, einem integrierten Audiogerät und einem tragenden Element für die selbstgestalteten Baum-Yoga-Faltkarten zum Mitnehmen. Es handelt sich hierbei um eine Yoga-Anleitung zum Thema ‚Baumzyklus‘, auf denen jeweils ein Foto zur Ansicht der Yogapositionen (Asanas) mit ursprünglichen Sanskrit-Namen auf der Vorderseite, sowie dazu passende begriffliche Impulse auf der Rückseite, zu sehen sind.
So soll über diese verschiedenen Anregungen und Impulse zur Wahrnehmung und Reflexion über die Verbindung zwischen Mensch und Baum angeleitet werden.

Insgesamt zeichneten sich also unterschiedliche und kreative Herangehensweisen an das komplexe Themengebiet der Wanderausstellung ab, welche die unterschiedlichen Studentengruppen entwickelten.

Die Lehrveranstaltung „Wie kommt das Wissen zum Besucher?“ wurde von Anja Gebauer in Kooperation mit Adrian Siedentopf (Projektleiter der Wanderausstellung) geleitet.

Das Projekt wurde vom Praxisbüro des Departments Kunstwissenschaften gefördert.

Werbeanzeigen

2 Gedanken zu “Hashtags, Holz und mehr – Einblicke in studentische Projekte museumspädagogischer Vermittlung

  1. Liebe Anja, das sind ja wunderbare Ideen. Unter welchem Hashtag finde ich die Aktion z.B. auf Instagram? Ich finde gerade die Verbindung von analogem Material und draußen unterwegs sein sehr gewinnbringend. Das Ganze dann in die sozialen Netzwerke zu bringen ist super, damit man sich anregen lassen kann. Jeder ist glücklich über solche Impulse.
    Liebe Grüße
    Anke

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anke,
      freut mich, dass dir die Ideen der motivierten Studentinnen auch so gut gefallen. Die ersten Veröffentlichungen zur Instagram-Aktion findest du unter #schwemmkunst dort. Da die Wanderausstellung aber erst noch startet, wird das Ganze schrittweise erst richtig anwachsen…
      Herzliche Grüße

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s